Emotionen, Börse und dein Nervensystem: Warum wir nicht am Markt, sondern an uns selbst scheitern
Man sagt: „An der Börse verlieren Menschen oft nicht gegen den Markt, sondern gegen ihre eigenen Emotionen.“
Als ich diesen Satz zum ersten Mal gelesen habe, hatte ich selbst wenig mit Finanzmärkten zu tun – und doch hat er mich sofort beschäftigt. Nicht wegen Geld. Sondern wegen der Psychologie dahinter.
Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto klarer wurde mir:
Selbst dort, wo Menschen maximale Rationalität erwarten, spielen Emotionen eine entscheidende Rolle.
Das ist keine Ausnahmewelt.
Das ist ein Spiegel für unseren Alltag.
Wenn Emotionen die heimlichen Entscheider sind
An der Börse wird oft so getan, als würde alles von Zahlen, Daten und Analysen bestimmt. In Wirklichkeit treffen aber häufig ganz andere Kräfte die Entscheidungen:
- Angst
- Unsicherheit
- Gier
- Kontrollbedürfnis
- Stress
Diese Emotionen beeinflussen, wann Menschen kaufen, wann sie verkaufen – und ob sie überhaupt noch klar denken können.
Und wenn wir ehrlich sind: Genau das passiert auch in vielen anderen Lebensbereichen.
- In Beziehungen
- In Konflikten
- Im Beruf
- In Führungssituationen
- In Konsumverhalten
- In Kommunikation
Und oft auch in den ganz kleinen Entscheidungen des Alltags.
Die Frage ist also nicht, ob Emotionen unser Verhalten beeinflussen.
Sondern: Erkennen wir, wann sie es tun?
Emotionen sind kein Störfaktor – sie sind ein Orientierungssystem
Viele Menschen betrachten Emotionen immer noch als etwas „Störendes“:
- Etwas, das man im Griff haben sollte.
- Etwas, das im Idealfall im Hintergrund bleibt.
- Etwas, das sich bitte nicht „einmischen“ soll.
Aus Sicht des Nervensystems ist das Bild aber ein anderes.
Emotionen sind zunächst einmal nichts anderes als biologische Orientierungssysteme.
Sie helfen uns, Situationen einzuordnen.
Sie lenken unsere Aufmerksamkeit.
Sie beeinflussen unsere Reaktionen und unsere Körperreaktionen.
Probleme entstehen meistens nicht durch das Vorhandensein von Emotionen.
Sie entstehen dann, wenn Emotionen unbemerkt beginnen, unsere Entscheidungen zu steuern.
Dann kann es passieren, dass:
- aus Angst plötzlich Rückzug wird
- aus Überforderung Gereiztheit wird
- aus Unsicherheit ein verstärktes Kontrollbedürfnis wird
- aus innerem Druck ein permanentes „Funktionieren“ wird
Wir merken oft erst sehr spät, dass wir längst nicht mehr aus Klarheit handeln, sondern aus einem inneren Stresszustand.
Was Selbstregulation wirklich bedeutet
Selbstregulation bedeutet nicht, nichts zu fühlen.
Es bedeutet auch nicht, „alles im Griff zu haben“ oder sich selbst mit Willenskraft zu beruhigen.
Selbstregulation heißt:
- wahrnehmen zu können, was in mir passiert
- Spüren zu können, welche Emotion gerade aktiv ist
- und innerlich genug Abstand zu haben, um nicht automatisch auf jeden inneren Impuls reagieren zu müssen
Das klingt simpel – ist es aber in stressigen Situationen selten.
Die gute Nachricht: Genau diese Fähigkeit lässt sich trainieren.
Nicht durch Unterdrückung.
Nicht durch „positives Denken“.
Und auch nicht durch ein künstliches Dauerlächeln.
Sondern durch:
- Bewusstsein
- Körperwahrnehmung
- und einen anderen Umgang mit innerem Stress
Eine der zentralen Fähigkeiten unserer Zeit könnte genau das sein:
Auch unter Druck mit sich selbst in Verbindung zu bleiben.
Der Atem als Zugang zum Nervensystem
Ein wesentlicher Zugang zu mehr Selbstregulation ist unser Atem.
Nicht als reiner „Entspannungstrick“, den man nur dann hervorholt, wenn es gerade gar nicht mehr anders geht.
Sondern als direkter Weg zu:
- mehr Bewusstheit
- mehr innerer Stabilität
- und konkretem Einfluss auf unser Nervensystem
Unsere Atmung steht in enger Verbindung mit dem autonomen Nervensystem.
Sie beeinflusst, ob wir eher im Stressmodus (Kampf-Flucht) unterwegs sind oder ob unser System wieder mehr Ruhe, Sicherheit und Verbundenheit zulassen kann.
Wenn wir lernen, unseren Atem bewusster zu regulieren, schaffen wir damit eine Art innere „Regelgröße“:
Etwas, auf das wir auch dann noch Einfluss nehmen können, wenn sich vieles andere gerade nicht kontrollierbar anfühlt.
Genau hier beginnt praktische, alltagstaugliche Selbstregulation.
„Atem & Regulation“ – ein 4‑wöchiges Online-Training
Aus genau diesen Gründen werde ich im August erstmals mein neues 4‑wöchiges Online-Gruppenprogramm „Atem & Regulation“ anbieten.
Es richtet sich an Menschen, die:
- ihr Nervensystem besser verstehen möchten
- Zusammenhänge zwischen Emotionen, Körperreaktionen und Atmung erkennen wollen
- und lernen möchten, sich auch in belastenden Situationen gezielter regulieren zu können
Das Programm ist medizinisch fundiert, praxisnah und so aufgebaut, dass du das Gelernte direkt in deinen Alltag mitnehmen kannst – auch dann, wenn du viel Verantwortung trägst und wenig Zeit hast.
Mehr Informationen dazu findest du hier
Diese Inhalte gibt es auch zum Hören
Wenn du solche Themen lieber hörst, statt sie zu lesen, gibt es diesen Inhalt auch als Podcast-Folge.
Du kannst den Podcast auch gut beim Spazierengehen, auf dem Weg zur Arbeit oder zwischendurch im Alltag hören – überall dort, wo du dir ein paar Minuten bewusste Zeit für dich nehmen möchtest.
Wenn du solche Impulse nicht mehr verpassen möchtest
Wenn dich diese Perspektive auf Emotionen, Nervensystem und Atmung anspricht, lade ich dich herzlich ein, dich für meinen Newsletter anzumelden.
Dort teile ich regelmäßig:
- medizinisch fundierte Hintergründe zu Stress, Atmung und Nervensystem
- praktische Übungen zur Selbstregulation, die sich in den Alltag integrieren lassen
- Einblicke in meine Arbeit mit „Atem & Regulation“ und anderen Formaten
- sowie Hinweise zu aktuellen Gruppenprogrammen und Veranstaltungen
Du bekommst meine Impulse direkt in dein Postfach – ohne Social-Media-Algorithmus, der entscheidet, ob du etwas siehst oder nicht.
👉 Hier für den Newsletter anmelden
Ich freue mich, wenn wir in Kontakt bleiben.
Herzlichst
Magdalena
